Sandkauer als Aquarienfische




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Pangio anguillaris - Aaldornauge




Ich habe mal zu Weihnachten ein kleines Büchlein von meiner Freundin geschenkt bekommen (mit Schmerle vorne drauf), da drin habe ich mir einige Sachen notiert. Besondere Beobachtungen und neue Fische. Es gibt z.B. diesen Eintrag: "05.02.2004   5 Pangio muraeniformis", steht ja auch so im 5er Mergus drin und das Bild passt perfekt. Aber irgendwann bekam ich doch Zweifel ob das mit der Arterkennung so gut geklappt hat, eigentlich wären sie doch wie geschaffen für die Bezeichnung "Aaldornauge". Im Band 2 vom Mergus taucht P. anguillaris auch auf. Hier wird die Art als extrem langgesteckt und deshalb nicht zu verwechseln beschrieben. Abgebildet ist aber ein Dornauge das ich als nicht sonderlich lang und schlank ansehen würde. Die Abbildung zeigt meiner Meinung nach eher etwas das in die Richtung P. oblonga geht. Auf deutschsprachigen Internetseiten finde ich Bilder von Dornaugen die aussehen wie meine aber immer mit der Bezeichnung "Muränendornauge". Aber auf englischsprachigen wie z.B. auf loaches-online (genaugenommen war es die Coppermine Loach Gallery http://www.loachtank.org die es so nicht mehr gibt) werde ich fündig. Genau meine Dornaugen mit der Bezeichnung Pangio anguillaris Aaldornaugen! Es gab dann noch zwei zusätzliche Bestätigungen für mich, erstens führt auf fishbase.org die Suche nach P. muraeniformis direkt zu der Art P. shelfordii, ist also (derzeit) ein Synonym dazu, und zweitens ein Artikel aus der Datz von Harald Berlinghof "Pangio anguillaris oder Pangio cf. anguillaris?" den ich mir für meine Recherche bestellt habe.

Vielleicht wird P. muraeniformis auch irgendwann mal wieder eine "gute" Art, dann wird aber wohl eine der Varianten von P. shelfordii (nach Kottelat (1995) gibt es davon vier) diesen Namen bekommen.

Das Aaldornauge ist definitv kein "Heldendornauge" und es erscheint (wie die ähnlichen P. doriae) eigentlich nur selten grundlos auf der Bildfläche. Meine Aaldornaugen lassen sich aber ganz problemlos mit Futter hervorlocken, und mischen dann zwischen den deutlich kräftigeren Dornaugenarten wie z.B. P. oblonga oder P. kuhlii hemmungslos mit. Obwohl diese Dornaugen über 10cm lang werden wirken sie durch ihren nur rund 4mm hohen Körper sehr zierlich und passen gut in ein 60cm Aquarium.

Es gibt laut Kottelat (1995) zwei Formen dieser Art, einmal die mit einem eher gepunktetem Rücken und eine mit einem einfarbig braunem Rücken.


Das hier ist meiner Ansicht nach die einfarbige Form.


Dieses ist, deutlich sichtbar, die gepunktete Form.

Eine eventuell interessante "Entdeckung" ist, dass bei meinen Aaldornaugen die Männchen eine kleine Beule auf der Schnauze haben, zumindest ist das bei meinen beiden Männchen (wenn es denn wirklich welche sind) der Fall. Bei dem Weibchen ist dieser Hügel wenn überhaupt, nur sehr schwach angedeutet. Ob es sich dabei wirklich um einen Geschlechtsunterschied handelt oder am Ende eine Krankheit dahinter steckt, kann ich zur Zeit nicht sagen. Bisher konnte ich aber einen Laichansatz nur bei den "Beulenlosen" Aaldornaugen feststellen. Da diese Dornaugen mittlerweile regelmäßig im Handel zu bekommen sind, wäre es sicher interessant den Bestand mit weiteren Fischen zu vergrößern, um mehr Vergleichsmöglichkeiten zu haben. Zur Zeit (06.09.2008) habe ich nur noch ein Aaldornauge das ich aufgrund der Beule als Männchen ansehe, diese hat sich seit zwei jahren nicht verändert.


Links ein männliches Aaldornauge und rechts ein weibliches Tier (immer natürlich unter Vorbehalt, Beweise habe ich keine)

Gänzlich ohne Vorbehalt kann ich aber mittlerweile sagen dass das Dornauge mit der Beule auf dem Kopf ein Männchen ist. Die Brustflosse ist da eindeutig:



Die Verdickung auf dem Kopf muss aber natürlich noch nichts mit dem Geschlecht zu tun haben, dazu müssen noch weitere Aaldornaugen herangeschafft, und über wenigstens 2-3 Jahre beobachtet werden. Immerhin habe ich mittlerweile noch sechs weitere Tiere der brauen Form bekommen, bei denen aber mit bloßem Auge noch keinerlei Unterschiede bei der Kopfform zu erkennen sind, dafür sind sie auch noch zu klein.

Wie schon erwähnt gibt es mit P. doriae eine oberflächlich betrachtet sehr ähnliche Art. Beide Dornaugenarten weisen aber bei etwas genauerer Betrachtung deutliche Unterschiede auf, mit denen sie sich sehr gut unterscheiden lassen.

Pangio anguillaris
Pangio anguillaris (braun)
Pangio doriae (dunkel)
Pangio doriae (gold)
 Keine Nasalbarteln   Keine Nasalbarteln   Nasalbarteln vorhanden   Nasalbarteln vorhanden 
 Rücken matt und marmoriert   Rücken einfarbig braun   Rücken glänzend und dunkel   Rücken gold glänzend, Seiten hell 
 
 
 
 
 
 
 
 


Eintrag bei fishbase.org   |   Eintrag bei loaches.com   |   Mehr Bilder

Links: Sundaland Fishes

Literatur:
Berlinghof, H. (1992): Pangio anguillaris oder Pangio cf. anguillaris? - DATZ 02/1992
Kottelat, M. und Lim, K. K. P. (1993): Pangio of the Malay Peninsula: Raffles Bulletin of Zoology 41(2): 203-249
Kottelat, M. (1995): Malaiische Halbinsel und Indonesien: Die Dornaugen der Gattung Pangio - DATZ 05/1995